Chronik des Jugendhauses Elias

Das Jugendhaus Elias ist eines der Jugend-Bildungshäuser der Diözese Augsburg, die am längsten bestehen. Auf dieser Seite geben wir Einblick in die wechselvolle Geschichte unseres Hauses – welche auch ein Stück Zeitgeschichte ist.

Bauarbeiten 1959

Die Nachkriegszeit war für die diözesane Jugend eine Zeit begeisterter Aufbruchstimmung im Bewusstsein, dass man an einer neuen Weltordnung mitbauen durfte. Es gab eine eindeutige Geschlechtertrennung, keine Koedukation. Inhaltlich wurden meist Vorträge gehalten, danach traf man sich zur Bibelarbeit, Diskussion in Gruppen und Freizeit.

In dieser Situation des Aufbruchs 1959 suchte der damalige Domvikar Willi Huttler (seit 1953 Diözesanjugendseelsorger) ein größeres, eigenes Haus für die diözesane Jugendarbeit und fand – durch einen Tipp – in Seifriedsberg den geeigneten Platz. Zum Ende der 50er Jahre verkauften dann Jugendliche aus der ganzen Diözese für das Haus „Bausteine“ und sammelten so ca. 300.000 DM, um die Bedingung der Diözese zu erfüllen, einen Eigenbeitrag zur Finanzierung zu leisten.

Mit einem großen Festakt wurde das neue Jugendhaus am 2.10.1960 seiner Bestimmung als Diözesanjugendhaus für Schulung und Freizeit übergeben.

Die Zeitungen berichten:

„Im Erholungs- und Schulungsbau können jeweils 30 bis 50 Kursteilnehmer in Ein- bis Vierbettzimmern wohnen. Im Keller befinden sich Räumlichkeiten fürs Basteln und Spielen. Die Hauskapelle ist ein schlichter Raum, geschmückt durch den formschönen Altar und den vom Schwäbisch-Gmünder Meister Stadelmeier geschaffenen eindrucksvollen Kunstwerken: dem Tabernakel, dem Gemmenkreuz und dem Ewigen Licht.“

Einweihung durch Bischof Freundorfer

Warum der Name Jugendhaus „Elias“?

Das Datum der Einweihung 2.10.1960 fiel in die Zeit des eucharistischen Kongresses in München mit dem Thema „Brot für das Leben der Welt“.

Wie, so fragte sich Pfr. Huttler, kann man die Eucharistie den Jugendlichen nahe bringen?

Das war die Brücke zur Idee des Propheten Elija aus dem Alten Testament: „Steh auf und iß! Sonst ist der Weg zu weit für dich“ (1 Kön 19,7).

Mit der 68´ger Generation kam auch eine „ganz neue Generation Jugendlicher“ nach Seifriedsberg – vieles wurde kritisch betrachtet, verworfen, abgelehnt.

Die Verhaltensweisen der Jugendlichen im Haus führten zu Konflikten mit der diözesanen Leitung, es gab auch hausintern Probleme. Schließlich wurde auch der Bischof aufmerksam und fällte Ende 1971 eine Entscheidung…

Damit begann ein neues Zeitalter für das Jugendhaus Elias: die Gründung des Offenen Seminars zum 1. Januar 1972 durch Diözesanbischof Dr. Josef Stimpfle. Sein Ziel und Zweck sind bis heute, jungen Menschen einen Raum zu geben, in dem sie nach ihrer Berufung fragen können. Der Ort des Offenen Seminars sollte das Jugendhaus Elias werden, sein erster Leiter Pfr. Josef Fickler. Die zahlreichen Kurse des Offenen Seminars für Jungen von 13-20 Jahren und für Junge Erwachsene von 20-30 Jahren erfuhren bald regen Zuspruch. Darüber hinaus beherbergte das Jugendhaus Schullandheime, Firmlings-, Ministrantenwochenenden, u.v.m.

Das Jugendhaus sollte im Zuge von Einsparmaßnahmen geschlossen und verkauft werden, das Offene Seminar sollte dazu in ein anderes Haus verlegt werden.

Umbau des Festsaales 2001
Umbau des Festsaales 2001

Die Diözesanleitung entschied sich dann aber für den weiteren Fortbestand und stellte erhebliche finanzielle Mittel zur Neurenovierung zur Verfügung.

  • 2002-2003: Umgestaltung des Festsaales als Bildungsraum, Kunst Wandtafeln und Wandkreuz durch Frau Ruth Borisch
  • 2003/2004 Feuer- und Brandschutzmaßnahmen, u.a. Renovierung der Turnhalle (Prallschutz), Beginn und Bau eines Niederseilgartens v.a. für Orientierungstage
  • 2003: Gründung eines hauseigenen Honorarreferentenkreises und damit Ausweitung der Belegung mit Tagen der Orientierung (TDO)
  • April 2004: Assisifahrt des Personals
  • 2005: Einrichtung einer Disco durch Zivi David Knab
  • 2006: Renovierung des vorhandenen Speisesaales und Möglichkeit der Essensausgabe auf Buffetbasis, Errichtung eines 2. Grillplatzes und Bau eines Labyrinthes im Rahmen des Projektes „3 Tage Zeit für Helden“
  • 2008 Ausstieg aus Heizöl und energetische Sanierung mit einem Gas-Blockheizkraftwerk
  • 2009 Renovierung Hauskapelle mit Künstlerin Frau Hitzger-Lubin
  • 2009/2010 Neubau eines zusätzlichen Meditations- und Bildungsraums „Kleiner Saal“
  • 2011 Energiemaßnahmen: Einbau eines Blockheizkraftwerkes und die Umstellung mit neuen Heizkesseln auf Bio- und Erdgas
  • 2012 Renovierung Foyer, Neugestaltung des Foyer-Vorplatzes und Außenanlagen, Renovierung Fenster und Balkontüren
  • 2014 Anbau eines zweiten großen Speisesaales
  • 2016 Sanierung Parkdeck am Sportplatz
  • 2018 Anbau eines weiteren Bildungsraumes
  • 2003-2017: Steigerung der Übernachtungszahlen von 16800 auf ca. 23.000 v.a. durch Tage der Orientierung und den Einbezug von Honorarreferenten,
    Sanierung aller Sanitärbereiche & Bildungsräume (Ausstattung mit modernen Medien, Musikanlagen, Klaviere etc.)